Auf einen Blick
Ist eine Brille steuerlich absetzbar?
Eine Brille zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit gilt als Krankheitskosten und damit als außergewöhnliche Belastung nach Paragraf 33 EStG. Sie wird vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen, allerdings nur der Teil, der die zumutbare Eigenbelastung übersteigt.
Voraussetzung ist die medizinische Notwendigkeit. Den Nachweis führen Sie mit einer ärztlichen Verordnung (§ 64 Abs. 1 Nr. 1 EStDV), in der Praxis meist vom Augenarzt, und der Rechnung. Wurde die Notwendigkeit einer Brille schon früher vom Augenarzt festgestellt, genügt in den Folgejahren die Sehstärkenbestimmung beim Optiker (R 33.4 Abs. 1 EStR). Das gilt auch dann, wenn Ihre Brillenversicherung ohne Verordnung erstattet. Eine reine Mode- oder Komfortbrille ist nicht absetzbar, und auch bei einer notwendigen Brille zählt nur ein angemessener Betrag (§ 33 Abs. 2 EStG).
Warum die Brille oft trotzdem nichts bringt
Absetzbar ist erst der Betrag oberhalb Ihrer zumutbaren Eigenbelastung. Diese liegt je nach Einkommen, Familienstand und Kinderzahl zwischen 1 und 7 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte. Eine einzelne Brille reißt diese Schwelle selten allein.
Erstattungen zählen nicht mit. Was Krankenkasse oder Zusatzversicherung erstatten, mindert die absetzbaren Kosten (H 33.1 bis 33.4 EStH, Ersatz von dritter Seite). Absetzbar ist nur Ihr Eigenanteil. Zahlt etwa eine Brillenversicherung 80 Prozent, bleibt steuerlich nur der Rest.
Spürbar wird die Brille meist nur zusammen mit anderen Krankheitskosten desselben Jahres, etwa Zahnersatz, Zuzahlungen oder Heilbehandlungen. Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass die zumutbare Belastung stufenweise zu berechnen ist (Az. VI R 75/14), was den abziehbaren Anteil leicht erhöht.
Praktischer Hinweis: Sammeln Sie alle Krankheitsbelege eines Jahres und rechnen Sie sie zusammen, bevor Sie die Brille als verloren abschreiben.
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Ohne Wartezeit, ohne Rezept, bei Antrag bis zum 14. rückwirkend zum 1. des Monats.
Der Sonderfall Bildschirmarbeitsplatzbrille
Anders liegt der Fall bei einer reinen Bildschirmarbeitsplatzbrille. Ergibt die arbeitsmedizinische Vorsorge nach der ArbMedVV, dass Sie für die Bildschirmarbeit eine spezielle Sehhilfe brauchen und Ihre normale Brille nicht geeignet ist, muss der Arbeitgeber sie stellen. Übernimmt er dafür die angemessenen Kosten, ist das kein Arbeitslohn und damit lohnsteuerfrei (R 19.3 Abs. 2 Nr. 2 LStR).
Eine normale Alltagsbrille fällt nicht darunter, sie bleibt private Krankheitskosten über Paragraf 33 EStG.