Brille von der Steuer absetzen: Geht das?

Die kurze Antwort

Eine medizinisch notwendige Brille zählt als Krankheitskosten und damit als außergewöhnliche Belastung nach Paragraf 33 EStG. Wirksam wird sie aber erst, wenn alle Krankheitskosten zusammen die zumutbare Eigenbelastung übersteigen, also 1 bis 7 Prozent der Einkünfte. Isoliert bringt eine Brille steuerlich meist nichts.

gavelGrundsatz

Ist eine Brille steuerlich absetzbar?

Eine Brille zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit gilt als Krankheitskosten und damit als außergewöhnliche Belastung nach Paragraf 33 EStG. Sie wird vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen, allerdings nur der Teil, der die zumutbare Eigenbelastung übersteigt.

Voraussetzung ist die medizinische Notwendigkeit. Den Nachweis liefert die augenärztliche Verordnung oder die Sehstärkenbestimmung beim Optiker, dazu die Rechnung. Eine reine Mode- oder Komfortbrille ist nicht absetzbar.

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Warum die Brille oft trotzdem nichts bringt

Absetzbar ist erst der Betrag oberhalb Ihrer zumutbaren Eigenbelastung. Diese liegt je nach Einkommen und Kinderzahl zwischen 1 und 7 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte. Eine einzelne Brille reißt diese Schwelle selten allein.

Spürbar wird die Brille meist nur zusammen mit anderen Krankheitskosten desselben Jahres, etwa Zahnersatz, Zuzahlungen oder Heilbehandlungen. Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass die zumutbare Belastung stufenweise zu berechnen ist (Az. VI R 75/14), was den abziehbaren Anteil leicht erhöht.

Praktischer Hinweis: Sammeln Sie alle Krankheitsbelege eines Jahres und rechnen Sie sie zusammen, bevor Sie die Brille als verloren abschreiben.

computerBildschirmbrille

Der Sonderfall Bildschirmarbeitsplatzbrille

Anders liegt der Fall bei einer reinen Bildschirmarbeitsplatzbrille. Ist sie arbeitsmedizinisch verordnet und nur für die Bildschirmarbeit gedacht, kann der Arbeitgeber sie steuer- und sozialabgabenfrei erstatten. Details dazu auf der Seite Bildschirmarbeitsplatzbrille vom Arbeitgeber.

Eine normale Alltagsbrille fällt nicht darunter, sie bleibt private Krankheitskosten über Paragraf 33 EStG.

helpHäufige Fragen

Brille und Steuer in Kürze

Kann ich meine Brille von der Steuer absetzen?
Ja, als außergewöhnliche Belastung nach Paragraf 33 EStG, aber nur den Teil der Kosten, der zusammen mit anderen Krankheitskosten Ihre zumutbare Eigenbelastung übersteigt.
Wie hoch ist die zumutbare Belastung?
Je nach Einkommen und Kinderzahl 1 bis 7 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte. Sie wird stufenweise berechnet (BFH, Az. VI R 75/14).
Welchen Nachweis brauche ich für das Finanzamt?
Die medizinische Notwendigkeit (augenärztliche Verordnung oder Sehstärkenbestimmung) und die Rechnung über die Brille.
Kann der Arbeitgeber die Bildschirmbrille steuerfrei zahlen?
Ja. Eine arbeitsmedizinisch verordnete Bildschirmarbeitsplatzbrille kann der Arbeitgeber steuer- und sozialabgabenfrei erstatten.
Lohnt sich das Absetzen einer einzelnen Brille?
Selten allein, weil sie die zumutbare Belastung kaum überschreitet. Sinnvoll wird es meist nur zusammen mit weiteren Krankheitskosten desselben Jahres.
Ricki Males, Versicherungsmakler

Ricki Males

Versicherungsmakler

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Autor und fachliche Prüfung: Ricki Males, Versicherungsmakler seit 1999 (#sofortleistung by Males GmbH). Alle Angaben sind anhand der unten genannten Primärquellen geprüft, Stand Juni 2026.

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Stand: Juni 2026 · Zuletzt aktualisiert am 10. Juni 2026

Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder medizinische Beratung. Kassen- und einkommensabhängige Angaben können sich ändern.

Quellen

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