Brille von der Steuer absetzen: Geht das?

Ricki Males, Versicherungsmakler

Geprüft von Ricki Males
Versicherungsmakler seit 1999 · Stand Oktober 2026

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Die kurze Antwort

Eine medizinisch notwendige Brille zählt als Krankheitskosten und damit als außergewöhnliche Belastung nach Paragraf 33 EStG. Wirksam wird sie aber erst, wenn Ihre außergewöhnlichen Belastungen eines Jahres zusammen, etwa alle Krankheitskosten, die zumutbare Belastung übersteigen. Diese beträgt 1 bis 7 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte. Isoliert bringt eine Brille steuerlich meist nichts.

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Auf einen Blick

§ 33 EStGBrille als außergewöhnliche Belastung
1 bis 7 %der Einkünfte zahlen Sie zumutbar selbst
meist 0 €Steuervorteil für eine Brille allein
SonderfallBildschirmarbeitsplatzbrille
gavelGrundsatz

Ist eine Brille steuerlich absetzbar?

Eine Brille zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit gilt als Krankheitskosten und damit als außergewöhnliche Belastung nach Paragraf 33 EStG. Sie wird vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen, allerdings nur der Teil, der die zumutbare Eigenbelastung übersteigt.

Voraussetzung ist die medizinische Notwendigkeit. Den Nachweis führen Sie mit einer ärztlichen Verordnung (§ 64 Abs. 1 Nr. 1 EStDV), in der Praxis meist vom Augenarzt, und der Rechnung. Wurde die Notwendigkeit einer Brille schon früher vom Augenarzt festgestellt, genügt in den Folgejahren die Sehstärkenbestimmung beim Optiker (R 33.4 Abs. 1 EStR). Das gilt auch dann, wenn Ihre Brillenversicherung ohne Verordnung erstattet. Eine reine Mode- oder Komfortbrille ist nicht absetzbar, und auch bei einer notwendigen Brille zählt nur ein angemessener Betrag (§ 33 Abs. 2 EStG).

percentZumutbare Belastung

Warum die Brille oft trotzdem nichts bringt

Absetzbar ist erst der Betrag oberhalb Ihrer zumutbaren Eigenbelastung. Diese liegt je nach Einkommen, Familienstand und Kinderzahl zwischen 1 und 7 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte. Eine einzelne Brille reißt diese Schwelle selten allein.

Erstattungen zählen nicht mit. Was Krankenkasse oder Zusatzversicherung erstatten, mindert die absetzbaren Kosten (H 33.1 bis 33.4 EStH, Ersatz von dritter Seite). Absetzbar ist nur Ihr Eigenanteil. Zahlt etwa eine Brillenversicherung 80 Prozent, bleibt steuerlich nur der Rest.

Spürbar wird die Brille meist nur zusammen mit anderen Krankheitskosten desselben Jahres, etwa Zahnersatz, Zuzahlungen oder Heilbehandlungen. Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass die zumutbare Belastung stufenweise zu berechnen ist (Az. VI R 75/14), was den abziehbaren Anteil leicht erhöht.

Praktischer Hinweis: Sammeln Sie alle Krankheitsbelege eines Jahres und rechnen Sie sie zusammen, bevor Sie die Brille als verloren abschreiben.

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computerBildschirmbrille

Der Sonderfall Bildschirmarbeitsplatzbrille

Anders liegt der Fall bei einer reinen Bildschirmarbeitsplatzbrille. Ergibt die arbeitsmedizinische Vorsorge nach der ArbMedVV, dass Sie für die Bildschirmarbeit eine spezielle Sehhilfe brauchen und Ihre normale Brille nicht geeignet ist, muss der Arbeitgeber sie stellen. Übernimmt er dafür die angemessenen Kosten, ist das kein Arbeitslohn und damit lohnsteuerfrei (R 19.3 Abs. 2 Nr. 2 LStR).

Eine normale Alltagsbrille fällt nicht darunter, sie bleibt private Krankheitskosten über Paragraf 33 EStG.

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helpHäufige Fragen

Brille und Steuer in Kürze

Kann ich meine Brille von der Steuer absetzen? ▾
Ja, als außergewöhnliche Belastung nach Paragraf 33 EStG, aber nur den Teil Ihres Eigenanteils (nach Erstattungen von Kasse oder Versicherung), der zusammen mit anderen außergewöhnlichen Belastungen Ihre zumutbare Belastung übersteigt.
Wie hoch ist die zumutbare Belastung? ▾
Je nach Einkommen, Familienstand und Kinderzahl 1 bis 7 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte. Sie wird stufenweise berechnet (BFH, Az. VI R 75/14).
Welchen Nachweis brauche ich für das Finanzamt? ▾
Eine ärztliche Verordnung, meist vom Augenarzt, und die Rechnung (§ 64 Abs. 1 Nr. 1 EStDV). Wurde die Notwendigkeit der Brille schon früher augenärztlich festgestellt, reicht in den Folgejahren die Sehstärkenbestimmung beim Optiker (R 33.4 Abs. 1 EStR).
Kann der Arbeitgeber die Bildschirmbrille steuerfrei zahlen? ▾
Ja, wenn die arbeitsmedizinische Vorsorge nach der ArbMedVV ergibt, dass Sie für die Bildschirmarbeit eine spezielle Sehhilfe brauchen und Ihre normale Brille nicht geeignet ist. Dann muss der Arbeitgeber sie stellen. Übernimmt er dafür angemessene Kosten, ist das kein Arbeitslohn und damit lohnsteuerfrei (R 19.3 Abs. 2 Nr. 2 LStR).
Lohnt sich das Absetzen einer einzelnen Brille? ▾
Selten allein, weil sie die zumutbare Belastung kaum überschreitet. Sinnvoll wird es meist nur zusammen mit weiteren Krankheitskosten desselben Jahres.
Ricki Males, Versicherungsmakler

Ricki Males

Versicherungsmakler

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Autor und fachliche Prüfung: Ricki Males, Versicherungsmakler, seit 1999 für Sie aktiv (#sofortleistung by Males GmbH). Steuerliche Angaben geprüft anhand der unten genannten Vorschriften, Rechtsstand Oktober 2026.

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Stand: Oktober 2026 · Zuletzt aktualisiert am 08.10.2026

Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder medizinische Beratung. Kassen- und einkommensabhängige Angaben können sich ändern.

Hinweis: Die Males GmbH ist Versicherungsmakler und erhält bei Abschluss eines Tarifs eine Provision vom Versicherer.

Quellen

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