Auf einen Blick
Was eine Gleitsichtbrille kostet
Eine komplette Korrektionsbrille kostet laut Zentralverband der Augenoptiker (ZVA) im Schnitt rund 550 Euro (alle Brillenarten, Januar 2026). Gleitsichtgläser sind deutlich teurer als Einstärkengläser: Mehrstärkengläser machen laut ZVA 45 Prozent der verkauften Gläser, aber 75 Prozent des Gläserumsatzes aus. Der Preis Ihrer Brille hängt von Glasqualität, Veredelung und Fassung ab. Die gesetzliche Kasse beteiligt sich daran nur, wenn überhaupt ein Anspruch besteht, und dann nur an den Gläsern.
Liegt ein Anspruch vor, gehören auch Gleitsichtgläser zur Kassenleistung, wenn Sie Fern- und Nahkorrektur brauchen und die Brille ständig tragen müssen (G-BA Hilfsmittel-Richtlinie § 14 Abs. 1). Die Kasse zahlt dem Vertragsoptiker den mit ihm vereinbarten Preis. Sie tragen 5 bis 10 Euro Zuzahlung und die Mehrkosten für höherwertige Gläser. Bundesweite Festbeträge gibt es seit dem 01.03.2025 nicht mehr; heute gelten die Vertragspreise Ihrer Kasse. Zur Einordnung: Die früheren Festbeträge für Mehrstärkengläser (netto, gültig bis Februar 2025) lagen je nach Stärke bei rund 81 bis 160 Euro je Glas, bis 14 Dioptrien. Das Gestell und Extras wie Entspiegelung tragen Sie selbst. Dünnere, hochbrechende Gläser zahlt die Kasse nur bei sehr hohen Werten ab 10 Dioptrien.
Alterssichtigkeit allein reicht nicht
Die typische Alterssichtigkeit, wegen der die meisten eine Gleitsichtbrille brauchen, begründet allein keinen Kassenanspruch. Erwachsene bekommen nur dann etwas, wenn die verordnete Fernkorrektur auf mindestens einem Auge über 6 Dioptrien liegt (über 4 Dioptrien bei Hornhautverkrümmung), eine schwere Sehbeeinträchtigung vorliegt (Sehschärfe auf dem besseren Auge höchstens 0,3 trotz Brille oder stark eingeschränktes Gesichtsfeld) oder eine Augenerkrankung eine therapeutische Sehhilfe erfordert. Der Nahzusatz der Gleitsichtbrille zählt dabei nicht. Für die erste Versorgung brauchen Sie eine augenärztliche Verordnung.
Das bedeutet: Wer nur wegen Alterssichtigkeit eine Gleitsichtbrille braucht, zahlt sie komplett selbst. Die genauen Anspruchsregeln stehen im Hauptratgeber.
80 % bis 400 € für Ihre nächste Brille
Ohne Wartezeit, ohne Rezept, bei Antrag bis zum 14. rückwirkend zum 1. des Monats.
Wie Sie die Kosten senken
Weil die Kasse bei reiner Alterssichtigkeit nichts zahlt, ist eine private Sehhilfen-Versicherung hier besonders wirksam. Der Tarif VorsorgePRIVAT erstattet 80 Prozent der Rechnung für die komplette Gleitsichtbrille inklusive Gestell, höchstens 400 Euro in zwei Kalenderjahren, ohne Wartezeit. Erstattungen aus dem laufenden und dem vorigen Kalenderjahr werden angerechnet. Der Antrag besteht aus zwei kurzen Fragen und wird nicht abgelehnt; abschließen können gesetzlich Versicherte.
Beispiel: Bei einer Gleitsichtbrille für 600 Euro erstattet der Tarif 80 Prozent, gedeckelt auf 400 Euro, sofern das Budget der zwei Kalenderjahre noch frei ist. Ohne Kassenanspruch zahlen Sie dann 200 Euro statt 600 Euro selbst. Haben Sie zusätzlich einen Kassenanspruch, lassen sich Kasse und Tarif kombinieren; beide Leistungen zusammen dürfen den Rechnungsbetrag nicht übersteigen.